Wie dem Holocaust in den sozialen Medien gedenken? Diese Frage führt immer wieder zu einigen Diskussionen. Vor allem abseits der sozialen Medien werden Praktiken wie #Selfies  oder #POV-Challenges ablehnend diskutiert. Auch wenn so manche Kritik berechtigt ist, so werden nicht selten das Potential sozialer Medien für Holocaust-Erinnerung und das Interesse der User*innen an der Auseinandersetzung verkannt.  
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Der Wissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann (@digitalvisualhistory ) beschäftigt sich mit genau diesen Themen. Er sagt: Wir haben es mit einer neuen Unübersichtlichkeit in puncto Erinnerung zu tun. Viel mehr Menschen – neben den klassischen Gatekeeper wie Museen oder Gedenkstätten – äußern sich zum Holocaust. Grund dafür sind die niedrigen Produktions- und Zugangsschranken diverser Plattformen. Neue Praktiken seien Ausdruck einer Selbsteinschreibung in Gedenk- und Erinnerungsorte. Medial erwünschte, partizipative Praktiken (Teilen + Kommentieren von Inhalten) einerseits und die Annotationstools (Hashtags!) andererseits begünstigten die Entstehung von Netzwerken und die Verbindung von Erinnerungen. Geschichte werde durch ihren Einbezug in medientypische Strukturen wie Feeds oder For You-Pages Teil unserer Medienbiographien. Soziale Medien ermöglichten die Auseinandersetzung mit dem Holocaust im Rahmen des “Social Media Witnessings” – auch mit anderen Nutzer*innen.  
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Klassische Diskurse, alternative Erinnerungsnetzwerke und “dunkle” Erinnerungspraktiken wie Leugnung “tragen zum komplexen Erscheinungsbild der Shoa-Erinnerung in den Sozialen Medien bei”, so Ebbrecht-Hartmann. 
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Nicht immer sind also Praktiken in ihren Kontexten angemessen – aber wir sollten soziale Medien als Aushandlungsorte und Nutzer*innen mit ihrem Bedürfnis, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen, ernstnehmen.  
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In der Story zeigen wir euch einige Beispiele für Holocaust-Erinnerung in den sozialen Medien. Welche kennt ihr? Schreibt sie uns doch in die Kommentare!  
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Hinweis: In Zukunft möchten wir euch außerdem im Rahmen einer Reihe weitere Beispiele für vergangenheitsbezogenen Content auf Instagram und TikTok zeigen! <br><br> 
📸: Foto des Instagram-Feeds @ini_dessauer_ufer
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B!

socmedhistory

Erstellt am 27/01/2022 auf Instagram
Wie dem Holocaust in den sozialen Medien gedenken? Diese Frage führt immer wieder zu einigen Diskussionen. Vor allem abseits der sozialen Medien werden Praktiken wie #Selfies oder #POV-Challenges ablehnend diskutiert. Auch wenn so manche Kritik berechtigt ist, so werden nicht selten das Potential sozialer Medien für Holocaust-Erinnerung und das Interesse der User*innen an der Auseinandersetzung verkannt.

Der Wissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann (@digitalvisualhistory ) beschäftigt sich mit genau diesen Themen. Er sagt: Wir haben es mit einer neuen Unübersichtlichkeit in puncto Erinnerung zu tun. Viel mehr Menschen – neben den klassischen Gatekeeper wie Museen oder Gedenkstätten – äußern sich zum Holocaust. Grund dafür sind die niedrigen Produktions- und Zugangsschranken diverser Plattformen. Neue Praktiken seien Ausdruck einer Selbsteinschreibung in Gedenk- und Erinnerungsorte. Medial erwünschte, partizipative Praktiken (Teilen + Kommentieren von Inhalten) einerseits und die Annotationstools (Hashtags!) andererseits begünstigten die Entstehung von Netzwerken und die Verbindung von Erinnerungen. Geschichte werde durch ihren Einbezug in medientypische Strukturen wie Feeds oder For You-Pages Teil unserer Medienbiographien. Soziale Medien ermöglichten die Auseinandersetzung mit dem Holocaust im Rahmen des “Social Media Witnessings” – auch mit anderen Nutzer*innen.

Klassische Diskurse, alternative Erinnerungsnetzwerke und “dunkle” Erinnerungspraktiken wie Leugnung “tragen zum komplexen Erscheinungsbild der Shoa-Erinnerung in den Sozialen Medien bei”, so Ebbrecht-Hartmann.

Nicht immer sind also Praktiken in ihren Kontexten angemessen – aber wir sollten soziale Medien als Aushandlungsorte und Nutzer*innen mit ihrem Bedürfnis, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen, ernstnehmen.

In der Story zeigen wir euch einige Beispiele für Holocaust-Erinnerung in den sozialen Medien. Welche kennt ihr? Schreibt sie uns doch in die Kommentare!

Hinweis: In Zukunft möchten wir euch außerdem im Rahmen einer Reihe weitere Beispiele für vergangenheitsbezogenen Content auf Instagram und TikTok zeigen!

📸: Foto des Instagram-Feeds @ini_dessauer_ufer

B!